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Individuelle Drinks auf Knopfdruck

Individuell gemixte Drinks auf Knopfdruck – was nach Zukunftsmusik klingt, ist an der Universität Stuttgart bereits Realität.

Dabei steckt hinter dem innovativen Ausschanksystem MADRID nicht nur kreative Ingenieursarbeit, sondern auch eine zentrale Herausforderung: die präzise Fertigung bei hohen Anforderungen an das Material.

Genau hier kommen leistungsfähige Werkzeuge wie die Lösungen von RUKO ins Spiel.

Automatisches Ausschanksystem: MADRID im Überblick

Seit 2018 entwickeln Studenten der Fachgruppe Maschinenbau & Co. an der Universität Stuttgart das Ausschanksystem MADRID. Das automatisierte Ausschanksystem ermöglicht es, Getränke individuell und in Sekunden zu mischen – ein Ansatz, der sowohl im Eventbereich als auch in der Gastronomie neue Möglichkeiten eröffnet.

MADRID ist ein Akronym und steht für „Maschinenbaufest DRink Infill Device“. Auf Events wie Hochzeiten, Firmenfeiern und der jährlichen Fachgruppenparty - dem Maschinenbaufest - mischt das System für jeden Gast Drinks aus insgesamt 18 verschiedenen Zutaten innerhalb weniger Sekunden und ist dabei vollständig mobil. Die Erkenntnisse aus jeder Veranstaltung fließen in die kontinuerliche Weiterentwicklung des Ausschanksystems ein, um den Aufwand bei Aufbau, Abbau und Spülen zu reduzieren und das Konfigurieren der Getränke für die Gäste möglichst intuitiv zu gestalten.

So funktioniert MADRID

Auf der oberen Ebene der zylinderförmigen Maschine befinden sich 18 Glasbehälter, die in Zusammenarbeit mit der Glasbläserei des Instituts für Anorganische Chemie an der Universität Stuttgart hergestellt wurden. Sie fassen je 1,8L Flüssigkeit und werden während des Events händisch von oben befüllt.

Silikonschläuche leiten die Flüssigkeiten von den Behältern zum unteren Teil der Maschine. Hier befinden sich nicht etwa Magnetventile oder Pumpen, da deren Reinigbarkeit bzw. Fördergeschwindigkeit als nicht ausreichend identifiziert wurde. Stattdessen werden die Silikonschläuche mithilfe von Stellmotoren und einer Hebelmechanik abgeknickt.

Die Dosierung während des Ausschankvorgangs erfolgt durch Öffnen und Schließen der geknickten Stellen. So kommen die Flüssigkeiten ausschließlich mit Glasbehältern und Silikonschläuchen in Kontakt und werden anschließend direkt in das Glas geleitet. So reduziert das System den Reinigungsaufwand vor und nach jeder Veranstaltung und minimiert Fehler bei der Dosierung – ein klarer Vorteil im Eventbetrieb.

Damit zeigt das System, wie sich Getränke individuell und automatisiert mischen lassen – schnell, präzise und vollständig automatisiert.

Für Veranstalter bedeutet das:

  • weniger Personalaufwand
  • schnellere Abläufe
  • gleichbleibende Qualität
  • ein interaktives Erlebnis für die Gäste

Getränke individuell mischen per Web-Konfigurator

Die Gäste gelangen über einen QR-Code auf die Konfigurationswebsite. Hier können sie ihre bevorzugte Sprache wählen und anschließend einen Drink nach ihren Wünschen zusammenstellen. Bei Events mit alkoholischen Zutaten kann vom Veranstalter eine entsprechende Grenze je Drink vorgegeben werden. Alternativ kann ein bereits vorab definiertes Getränk aus einer Liste ausgewählt und bei Bedarf im Konfigurator variiert werden.

Der Gast erhält anschließend einen vierstelligen Code, mit dem er den Drink beim Barpersonal bestellen kann. Dieser Code bleibt für den zugehörigen Drink stets gleich, sodass das gleiche Getränk später am Abend (auch von anderen Gästen) erneut bestellt werden kann.

Nach dem Kassieren schickt das Barpersonal den Drink an MADRID und bereitet ein Glas mit Eiswürfeln vor. Ein Sensor auf der Grundplatte der Maschine erkennt, ob das Glas vollständig eingeschoben wurde. Anschließend beginnt auf Knopfdruck der Ausschankvorgang. Je nach Anzahl der im Drink enthaltenen Zutaten öffnen sich mehr oder weniger der Schlauch-Knick- Ventile gleichzeitig und schließen nacheinander abhängig von der Dosierzeit.

Füllstandmessung im automatisierten Ausschanksystem

Da die Dosierung ohne Pumpen arbeitet und vom Schweredruck der Flüssigkeiten in den höher gelegenen Glasbehälter abhängt, muss der Füllstand in jedem Behälter gemessen werden. Hierfür kommen Ultraschallsensoren zum Einsatz, die den Abstand zur Flüssigkeitsoberfläche durch zwei Löcher in den Behälterdeckeln messen. Zusätzlich warnen LEDs über den Deckeln bei niedrigem Füllstand und erleichtern dem Barpersonal das Nachfüllen.

Reinigungsaufwand und MADRID V2

MADRID sorgt bei Gästen seit Jahren für Begeisterung und verwandelt neben seiner Funktion als Eyecatcher den individuellen Bestellprozess in eine spielerische Herausforderung. Gleichzeitig stellt es das Auf-/Abbau- und Reinigungsteam vor die langwierige Aufgabe, die Maschine aufwändig für den Transport zu verpacken und vor sowie nach jedem Event umfangreich zu säubern.

Nach einer ausführlichen Analyse vergangener Events wurde 2025 eine Neuentwicklung der mechanischen Komponenten angestoßen. Zunächst sollen die Glasbehälter nicht länger fest mit MADRID verbunden sein. Dadurch können sie für den Transport separat und geschützt in Kisten gelagert und per Spülmaschine gereinigt werden. Ferner wird die Messung der Füllstände mit einem alternativen Prinzip umgesetzt. In Konsequenz können die ursprünglichen, kabelgebundenen Behälterdeckel mit ihren schlecht reinigbaren Stellen durch einfachere Deckel ersetzt werden. Diese konstruktiven Anpassungen erforderten jedoch auch eine besonders präzise Bearbeitung neuer Bauteile – vor allem bei anspruchsvollen Materialien.

Präzise Senkprozesse in HPL: Kegelsenker von RUKO im Einsatz

Gerade bei der präzisen Bearbeitung und beim Senken der Bohrungen zeigte sich, wie entscheidend die Wahl des richtigen Werkzeugs ist.

Die neue Grundplatte unter den Glasbehältern wurde aus einer Vollkernplatte (Fundermax Compact Interior 10mm) gefräst. Das Material wurde aufgrund seiner gut reinigbaren Beschichtung und seines geringen Verzugs - auch im gelegentlichen Kontakt mit Flüssigkeiten - ausgewählt.

Bereits während des Fräsens stellte sich schnell heraus: Das Material ist extrem hart und anspruchsvoll zu bearbeiten. Für die anschließenden Senkungen stießen konventionelle Senkwerkzeuge sofort an ihre Grenzen.

Die Lösung: der Einsatz der Ultimatecut 4S Boost Kegelsenker von RUKO – entwickelt für hochwertige Materialien und präzise Senkungen. Erst durch den Einsatz dieses Werkzeugs konnte die geforderte Präzision in der Bearbeitung des widerstandsfähigen Materials zuverlässig erreicht werden.

Da die Senkungen in Randnähe auf der kreisrunden Vollkernplatte liegen, war die Bearbeitung mit einer Tischbohrmaschine möglich. Dadurch konnte eine saubere und kontrollierte Bearbeitung realisiert werden. Das Ergebnis sind präzise Senkungen und eine einwandfreie Oberflächenqualität.

Vorteile der eingesetzten Lösung:

  • saubere, vibrationsarme Bearbeitung
  • hohe Präzision bei anspruchsvollen Materialien
  • optimale Oberflächenqualität

Damit zeigt sich, wie entscheidend die Wahl des richtigen Werkzeugs für präzise Ergebnisse in anspruchsvollen Anwendungen ist.

Nächste Schritte

Die fertig bearbeitete Grundplatte dient nun als Basis für die geplanten Optimierungen. Unter anderem lassen sich in spezielle Ausschnitte Krallen einhängen (und zum Reinigen wieder entfernen), welche die Behälter stützen. Zudem wird MADRID V2 über eine Art Kran verfügen, der die Behälterdeckel für das Nachfüllen selbständig anheben und den neuen Füllstand messen kann.

Einen Überblick über das bisherige Ausschanksystem und den Ablauf eines Ausschankvorgangs bietet die zugehörige Website (madrid-drinks.de).

Auf youtube.com/BodgedButWorks ist ein detailliertes Video zum Entstehungsprozess der Maschine verfügbar.

Das Projekt MADRID demonstriert eindrucksvoll, wie innovative Konzepte im Maschinenbau und präzise Werkzeuge zusammenwirken, um neue Anwendungen in der Praxis zu ermöglichen.

Produkt-Highlight

Bei diesem Projekt kam der ULTIMATECUT Kegelsenker 4S BOOST zum Einsatz – ein Werkzeug, das speziell für die Herstellung präziser Senkungen in anspruchsvollen Materialien entwickelt wurde.

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